Krankenberichte

Brigitte612, aus dem Oberbergischem.

Meine Geschichte

Hallo, möchte mich dann Heute auch kurz vorstellen.

Ich bin seit 27 Jahren glücklich verheiratet und Mutter zweier bezaubernder Töchter im Alter von 17 und 22 Jahren.

Ich bin bereits seit vielen Jahren mit dem Thema Krebs beschäftigt, da er leider sein Unwesen in der ganzen Familie betreibt.

Mein Vater lebte mit der Diagnose Lungen- und Knochenkrebs von 1978 bis 1988, meine Schwester starb an Brustkrebs nach nur 2 Jahren im Alter von 36 Jahren. Die Eltern väterlicherseits habe ich nie Kennen gelernt, da sie bereits beide Ende der vierziger Jahre starben, die Oma an Magenkrebs und der Opa an Lungenkrebs. Meine andere Schwester hat ein doppelseitiges Lungenemphysem und COPD und cor Pulmonale. Auch bei beiden meiner Brüder hat es schon Verdachts Momente gegeben, die dann aber Gott sei es gedankt doch keine Krebs waren.

Dann der Schock, mit noch nicht mal 36 Jahren lautete jetzt die Diagnose bei mir: Thymuskarzinom. Schnell wachsend. Sofort operiert und dann noch 28 Bestrahlungen aus 4 Winkeln. Dann ging es mir eigentlich gesundheitlich so nach und nach immer schlechter, Es folgte dann eine Eierstock Entfernung, da wieder verdächtiges Material zu sehen. Dann noch zweimal Ausschabung dann wieder OP, diesmal die komplette Gebärmutter, wieder Veränderungen. Dann noch Feststellung einer Barrett Schleimhaut in der Speiseröhre, wieder im Auge behalten, auch das könnte böse werden. Immer wieder mussten Eierstockszysten im Laufe der Jahre entfernt werden, da ja immer Gefahr bestand. Dann hatte ich endlich mal einige Zeit absolute Ruhe und wir wagten uns nun doch noch ein Haus für uns alle zu kaufen. Nach vier Jahren des Besitz des Hauses und kurz nach der am 30.05.07 stattfindenden Nachbarschaftsfeier mit Kränzen und allem durm und dran zu unserer Silber-Hochzeit, die wir nochmal groß gefeiert haben zusammen mit dem 50igsten Geburtstag meines Mannes am 10.08.09. Erfuhr ich bei einem Kontroll Ct (Nachsorge immer noch des Thymuskarznom einmal jährl.) es tut uns leid Frau P., aber so wie es aussieht haben sie Lungenkrebs. Mal wieder brach eine Welt zusammen es war der 14.06.09 und ich war sowohl beruflich als auch privat ziemlich im Stress. Aber es warf mich sofort so was von aus der Bahn dass ich sofort Krank geschrieben wurde, Obwohl ich meine Arbeit geliebt habe. Aber es war einfach nicht mehr möglich. Es ging dann auch alles sehr schnell und die Ärzte beruhigten mich weil sie meinten er sei so früh entdeckt worden, und noch so klein. Das kriegen wir hin. Also wurde ich am 28.06.09 Operiert. Der Oberlappen an dem der Tumor saß sollte entfernt werden. Als ich aufwachte lag ich auf der Intensivstation und man teilte mir mit, dass der Tumor doch nicht so klein war und er auch die Lymphknoten und den Phrenicus Nerv befallen hatte und man diesen Nerv dann auch entfernen musste. Nun war es also kein kleiner Tumor mehr. Jetzt hieß es plötzlich: Lungenadenokarzinom des rechten Lungenoberlappens, Zustand nach anterolateraler Thoraktomie rechts mit Oberlappen und Phrenicusresektion sowie radikaler Lymphadenektomie am 28.06.07
pT2,pN2, cM0, L1, R0, V0,GIII, Stadium IIIA, Lymphangiosis Carcinomatosa. Zustand nach Thymus carcinom Stadium II in ED 1996, mit anschließender Radiatio.

Es folgten Chemo mit Cisplatin und Venorelbin, wobei das Venorelbin bereits nach dem 3. Mal abgesetzt werden musste wegen hohen Unverträglichkeit und vieler Nebenwirkungen, Anschließend eine ReHa-Maßnahme in Bayern, wo man dann auch noch eine schwergradige Diffusionsstörung feststellte und ich ab sofort tägl. Flüssigsauerstoff nehmen muss. An arbeiten war gar nicht mehr zu denken, ich habe Konzentrationstörungen, schnelles Ermüden, Kribbeln und Taubheitsgefühl in Händen und Füßen. Neuropatische Störungen und starke Schmerzen in der rechten Lungenseite in der Narbe und natürlich ausgeprägte Luftnot. Nach all diesen Behandlungen und nach zwei Monaten nach der Rückkehr aus der Kur habe ich einen Arbeitsversuch gestartet, an dem ich kläglich gescheitert bin. Danach bekam ich dann Hilfe von einem sehr guten Psychiater, bei dem ich immer noch in Behandlung bin. Leider bin ich mittlerweile Erwerbsunfähigkeits-Rentner und das mit erst 48 Jahren. Ja, mir fehlt mein früheres Leben, aber zumindest lebe ich noch und dass ist ja auch schon was wert. Eigentlich hatte ich auch gedacht, dass ich es nun doch geschafft hatte. Und dann im Januar 2009 war wieder ein Kontroll-Ct angedacht und auch gemacht worden und peng, da war sie wieder die Fahrt abwärts und wieder zurück in die Hölle. Magen senkte und hob sich, denn der Arzt sagte: „Frau P. sie müssen jetzt stark sein, und alle weiteren Schritte einleiten, wir befürchten ein hochgradiges Rezidiv”. Nun, man kann sich sicher vorstellen, was nun in mir abging. Nach Wochen der Voruntersuchungen (um festzustellen mit was für einer Art des Lokalrezidives haben wir es jetzt zu tun?), stand dann plötzlich fest, aufgrund der schlechten Atemsituation ist eine erneute Operation zu gefährlich, ich würde wahrscheinlich aus dieser Operation nur noch als Beatmungspatient herauskommen und das will ich auf keinen Fall. Ich will nicht Leben um jeden Preis, aber ich will auch nicht einfach aufgeben, denn solange man noch ein lebenswertes Leben führen kann, möchte ich dies versuchen.

Also war ich jetzt wieder in der Klinik und habe gleichzeitig eine Chemobehandlung mit Carboplatin und eine stereotaktische Bestrahlung in 15 Bestrahlungssitzungen erhalten. Leider dauert es noch ca. 6 Wochen bis man wirklich sagen kann ob Strahlen und Chemo etwas gebracht haben. Und im Moment weiß ich noch nicht, ob ich noch weitere Chemos bekommen muss oder nicht. Aber da vertraue ich wirklich meinen Ärzten, denn diesmal scheine ich wirklich in den richtigen Händen zu sein.
Also, meine ganzes Leben war schon immer ein Kämpfen für mich und mit noch mehr kämpfen und mit Gottes Beistand und Liebe werde ich auch diesen Kampf wieder aufnehmen und alles versuchen. Vor allem möchte ich doch auch für meine Familie noch länger da sein und mein Versprechen gegenüber unserer Barbara(admin), eine Lungenkrebsselbsthilfe hier im Oberbergischen zu starten, muss ich ja auch noch erfüllen.
Also, wie sagt ihr alle so schön im Forum:
"Reite ihn weiter den Tiger.".
Tja, das wars jetzt erst mal von mir und ich hoffe ihr seht man kann mit Krebs auch viele, viele Jahre leben. Sollte jemand Fragen haben oder Adressmaterial oder was auch immer wollen, einfach mal klönen oder so gebt mir eine kurze PN und ich rufe zurück und werde alles was ich weiß und bisher über die Erkrankung weiß gerne weitergeben.
Dem Leben Zeit und Wert geben, aber nicht um jeden Preis nur Lebenszeit verlängern.
Es grüßt Euch herzlichst Eure
Brigitte